Sonntag, 30. November 2008

Der beste Tür-Öffner :-)

Liebe Gäste,
hat jemand von Ihnen schon mal in großem Ärger die Tür hinter sich zugemacht und sich gedacht: Jetzt reicht's mir aber! Mit Dir/euch will ich nichts mehr zu tun haben! Ja... Ich glaube, viele von Ihnen kennen eine solche Situation, nicht nur Jugend. Als ich Kind war, sind bei mir einige Male Türen geflogen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich beim Zuschlagen immer darauf gehofft habe, dadurch ein bißchen Eindruck zu erwecken. Hoffentlich, dachte ich, sind die anderen dadurch etwas beeindruckt, wenn ich eine Tür zugeknallt hatte. Schwierig war es dann für mich, nach einer Weile wieder raus zu den anderen zu gehen: ob sie mich überhaupt beachten und wie sie mich wohl behandeln würden. Das war damals.
Heutezutage kann es immerhin ähnlich gehen. Es sind jetzt allerdings die Türen in meinem Innern. Wie damals aber denk ich: Jetzt reicht's ! Und wie damals ist es für mich schwierig, die Tür wieder aufzumachen...
Liebe Schwestern und Brüder, gar nicht so selten fallen innere Türen zwischen Menschen zu, die voneinander enttäuscht sind. Manchmal passiert das sogar zwischen Freundinnen oder Freunden oder zwischen Eltern. Dann machen die Menschen "zu" voreinander. Sie sind verschlossen und können nicht mehr offen miteinander reden. Manchmal bleiben die Türen sehr lange zu... Wissen Sie, was mit Türen geschieht, die sehr lang niemand zu öffnen versucht hat ? (----) Sie verklemmen sich, das Schloss rostet, sie lassen sich immer schwieriger öffnen. Genau das passiert auch mit den inneren Türen. Je länger sie geschlossen sind, desto schwerer lassen sie sich öffnen. Je länger ich wütend bin, je länger ich mich um den anderen nicht mehr kümmere, desto schwieriger wird es für mich, ihm wieder offen gegenüberzutreten.
JESUS können wir mit Sicherheit TÜR-ÖFFNER nennen.
An diese Türen und Riegel musste ich denken, als ich das alte Adventslied wieder las : "O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab, vom Himmel lauf. Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloß und Riegel für". Jesus ist der Heiland, der die verschlossenen Türen öffnen kann. Tatsächlich hat Jesus ja das oft getan: er öffnete die Türen zu den Kranken und Aussätzigen, zu den Kindern, zu den verachteten Frauen und Männern. So wie die Leute damals, so haben wir Jesus auch heute nötig als TÜR-ÖFFNER, jeder in seinem persönlichen Leben, aber wir brauchen ihn zudem dringend zwischen den Völkern, die miteinander sich hassen und wo die Riegel so verklemmt sind, dass man sich eine friedliche Lösung immer weniger vorstellen kann. Jedes Jahr, wenn es wieder ADVENT wird, werden wir daran erinnert : Es möchte einer zu uns kommen, der uns unsere Türen öffnen helfen will. Zu ihm wollen wir rufen : Jesus, komm, wir brauchen dich ! Er öffnet uns auch die Tür zu Gott......und wir wollen in dieser Adventszeit das Ölkännchen hervorholen, damit diese Tür zu Gott nicht zu sehr quietscht Und Ihr Kinder, Ihr könnt ja jeden Tag ein Türchen an Eurem Adventskalender öffnen, (wenn ihr es habt) egal, ob es ein hübsches Bildchen oder Schokolade verbirgt. Bild hinzufügenDann könnt Ihr daran denken: wo habe ich Türen zugeknallt und will sie wieder schnell öffnen. Und wir Erwachsene können diese Zeit des Advents dazu nutzen, Türen zwischen den Menschen innerlich zu öffnen: in der Familie, in der Gemeinde, in der Nachbarschaft. Und wo wir "zu" d.h. verschlossen sind, rufen wir : Jesus, komm, wir brauchen dich! Amen.


Vgl. Lothar Klinges, Predigten aus dem Leben: Predigten zur Adventszeit - Lesejahr B, 1. Advent, 28. November 1993, in:
http://www.ostbelgien.catho.be/ftp/paroisses/liege/micwe9982/test/html/Predigten/predigtAdv1B93.htm (Stand: 28.11.1993)

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