Samstag, 14. Juni 2008

"Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden"

Liebe Gäste,
"Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben" (Mt 10,7 f). Mit diesen Worten hat Jesus die zwölf Apostel zum erstenmal ausgesendet zu den Menschen. Sie sollten sich an das Volk der Juden wenden; erst später wird die Aussendung an die Heiden erfolgen (vgl. Mt 28,19 f).
Die Wucht dieser Worte ist uns wahrscheinlich gar nicht so bewußt. Was muss es geheißen haben, als Jesus zum Beweis dafür, dass das Reich Gottes in seiner Person wirklich angekommen ist, große Zeichen und Wunder durch seine Apostel und Jünger geschehen ließ!
Wenn Kranke gesund werden, die man schon aufgegeben hat -, wenn sogar Tote wieder zum Leben erweckt werden -, wenn Aussätzige rein werden, die aufgrund ihrer ansteckenden Krankheit zu den von der Gesellschaft Ausgestoßenen und von allen Gemiedenen zählen -, wenn Menschen von bösen und finsteren dämonischen Mächten befreit werden und sie sich wieder freuen können am Leben: dann sind all dies große Dinge und Zeichen, die da geschehen. Sie sollen anschaulich machen, was es bedeutet, dass das Himmelreich bereits angekommen ist auf dieser Erde!
Da Jesus Christus ausgerechnet zwölf Männer erwählt hat mit dieser Sendung der Verkündigung des Reiches Gottes, hat es seinen Grund darin, dass er damit die Fortsetzung und Erfüllung der Erwählung des Volkes Israel in seinen zwölf Stämmen anzeigen wollte. Die zwölf Apostel sind im "neuen Israel", in der Kirche, also in der Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben - wie die Grundsteine, auf denen alles übrige aufgebaut ist (vgl. Offb 21,14). Der Schlußstein aber ist Jesus Christus selber (vgl. Eph 2,20). All das, was die Propheten verheißen und die Menschen ersehnt haben, wird in Jesus Christus erfüllt. Er ist der Messias, der Christus, der Gesalbte und Sohn des lebendigen Gottes, der das Heil und die Erlösung bringt. Als Erlöser wird er den Menschen das umfassende Heil für Leib und Seele bringen. Es wäre einseitig, im Christentum nur die Befreiung von seelischer Last und Sünde zu sehen. Gewiß ist es auch so: Die Sünde als Trennung von Gott ist das Grundübel. Und davon hat uns der Sohn Gottes vor allem erlöst. Doch werden von Jesus auch die körperlichen Leiden und Beschwerden hineingenommen in das erlösende Heilswirken Gottes. Wenn auch nicht jede Krankheit geheilt wird, so soll doch all dieses Negative und Belastende, Krankmachende und Leidvolle uns zum Heile werden. Jesus hat selber alles auf sich genommen und trägt es mit uns. Gerade hierin zeigt sich die Liebe Jesu zu den Menschen, dass er uns in allen leiblichen und seelischen Nöten ernst nimmt und begleitet.
Jesus Christus braucht zu allen Zeiten Mitarbeiter! Schon als er auf Erden lebte, hat er die Apostel und Jünger in seine Nachfolge berufen. Auch heute sucht er Menschen, die sich ihm ganz zur Verfügung stellen, in den verschiedenen Diensten. So sollen wir alle einträchtig zusammenwirken zur gegenseitigen Auferbauung in Wahrheit und Liebe und zum Lobe Gottes.
Liebe Schwestern und Brüder,
Machen wir uns die Worte Jesus zu eigen: "Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden." Begleiten wir die Berufenen zum Priesterdienst und zu anderen Diesnten in der Kirche durch unser Gebet, Unterstützung und beten wir, dass sich viele entscheiden, dem Ruf der göttlichen Liebe zu folgen!
Für jeden und jede gibt es wichtige Aufgaben im Reiche Gottes, wir alle sind berufen, jeder auf seine Weise. Empfehlen wir unsere Anliegen der Fürbitte des Unbefleckten Herzens Mariens. Die Gottesmutter möge uns hinführen zu Jesus ihrem Sohn, der ein Herz für die Menschen hat. Er will uns alle im Reich seines himmlischen Vaters sehen und versammeln. Amen.
(Vgl. Kaplan Dr. Josef Spin Spindelböck Ybbs an der Donau )

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